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Beratungsstelle für Frauen und Mädchen bei sexualisierter Gewalt

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Informationen für Bezugspersonen

Mit den nachstehenden Informationen wenden wir uns an Menschen, die einer vergewaltigten Frau oder einem betroffenen Mädchen hilfreich zur Seite stehen wollen. Diese Situation kann für Sie als unterstützende Bezugsperson sehr belastend sein. Nicht selten fühlen sich Bezugspersonen hilflos und überfordert oder Sie haben Angst vor möglichen Fehlern. Daher möchten wir Sie zuerst auf unser Angebot aufmerksam machen, auch Sie als private oder professionelle Vertrauensperson zu unterstützen. > Übersicht Hilfsangebote

An dieser Stelle können wir Ihnen ausschließlich einige allgemeine Hinweise geben, worauf Sie im Kontakt mit einer betroffenen Frau oder einem Mädchen achten sollten.

Informieren Sie sich

Bitte informieren Sie sich über die Hintergründe und Folgen von sexualisierter Gewalt. Sie werden die Frau oder das Mädchen dann noch besser verstehen und unterstützen.

Stellen Sie sich auf die Seite des Opfers

Hilfreich ist, wenn Sie der Frau /dem Mädchen verständnisvoll und unvoreingenommen begegnen. Vermeiden Sie offene oder versteckte Schuldzuweisungen und Vorwürfe an die Betroffene. Solche Reaktionen verletzen die Frau/das Mädchen zusätzlich. Glauben Sie ihr. Die Verantwortung für die Tat trägt immer der Täter allein.

Akzeptieren Sie die Entscheidungen und Grenzen der Betroffenen

Nach einer Vergewaltigung ist es vielen Betroffenen wichtig, wieder Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen und persönliche Grenzen wahrnehmen zu können. Treffen Sie daher keine Entscheidungen über den Kopf der Frau /des Mädchens hinweg. Sprechen Sie hingegen alle weiteren Schritte mit der Frau/dem Mädchen ab. Akzeptieren Sie ihre Entscheidungen, auch wenn Sie selbst anderer Ansicht sind. Fragen Sie die Frau/das Mädchen, welche Hilfen sie von Ihnen oder anderen Menschen annehmen will.

Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft

Teilen Sie der Frau/dem Mädchen Ihre Gesprächsbereitschaft mit. Akzeptieren Sie immer, wenn sie nicht darüber reden will oder kann. Die Gespräche mit Ihnen werden hilfreich sein, wenn die Betroffenen selbst über deren Ausmaß und Inhalte entscheiden kann. Treffen Sie entsprechende Gesprächsvereinbarungen mit ihr.

Möglicherweise vermeidet die Betroffene - zeitweise oder längerfristig - Gespräche und Auseinandersetzungen, die in Zusammenhang mit der Tat stehen. Oftmals drückt sich darin ihr Bedürfnis nach Erholung und Stabilisierung aus. Hilfreich ist, wenn Sie diesen Wunsch akzeptieren und unterstützen. Signalisieren Sie ihr, dass Sie auch langfristig ansprechbar bleiben.

Bieten Sie auch Schutz, unmittelbare Unterstützung und Erholungsmöglichkeiten an

Schutz und Sicherheit kann bereits Ihre einfühlende Anwesenheit bewirken. Hilfreich können z.B. Angebote sein, die Frau/das Mädchen auf angstauslösenden Wegen zu begleiten oder ihr bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben zu helfen. Unterstützen Sie ebenfalls den Wunsch nach Erholung und Stabilisierung. In diesem Sinne können z.B. ein gemeinsamer Spaziergang oder die gemeinsame Wiederaufnahme früherer Interessen hilfreich sein.

Die Entscheidung für oder gegen eine Anzeige liegt bei der Betroffenen

Drängen Sie nicht zur Anzeige. Erstatten Sie selbst keine Anzeige ohne das Einverständnis der Betroffenen. Denn eine einmal gestellte Anzeige wegen Vergewaltigung kann nicht mehr zurückgenommen werden. Letztendlich muss die Frau/ das Mädchen die Belastungen des Strafverfahrens allein tragen. Die Entscheidung für oder gegen eine Anzeige sollte die Frau/das Mädchen selbstbestimmt und in Ruhe treffen können.

Achten Sie auf Ihre eigenen Grenzen

Erwarten Sie keine übermenschlichen Fähigkeiten von sich selbst. Sie können nicht alle Fragen beantworten oder Probleme für die Betroffene lösen. Sie können auch nicht immer und überall für sie da sein. Es wird hilfreich sein, wenn Sie auf Ihre eigenen Grenzen achten und diese mit der Frau/dem Mädchen besprechen. Sie können ihr z.B. mitteilen, wenn Sie selbst einmal ratlos sind. Verdeutlichen Sie sich und der Frau/dem Mädchen, welche Hilfen Sie realistischer Weise anbieten können und welche nicht. Damit schützen Sie sich selbst vor Überforderungen und die Frau/das Mädchen vor späteren Enttäuschungen.

Holen Sie sich Unterstützung

Es ist gut, wenn Sie sich Unterstützung suchen, z.B. von Menschen aus Ihrem Freundes- oder Familienkreis. Dies ist jedoch nicht immer möglich, z.B. weil die Betroffene nicht möchte, dass Sie in diesen Personenkreisen etwas weitererzählen. Fachliche und an die Schweigepflicht gebundene Unterstützung und Beratung können Sie über den Frauen-Notruf aufnehmen.   Kontakt

 

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